Roßbacher Straße 119, 63849 Leidersbach
Über uns

Chronik

Von 1888 bis heute – die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Roßbach.

Seit 1888 steht die Freiwillige Feuerwehr Roßbach für Hilfe in der Not – getragen von Menschen, die ihre Freizeit für die Sicherheit ihrer Nachbarn einsetzen. Hier findest du die wichtigsten Stationen unserer Geschichte.

1888gegründet
18Gründungsmitglieder
138Jahre Feuerwehr Roßbach
Die Freiwillige Feuerwehr Roßbach in ihren Anfangsjahren
Die Freiwillige Feuerwehr Roßbach in ihren Anfangsjahren
28. März 1888 · Gasthaus „Krone“

Die Gründer

18 junge Männer gründeten die Freiwillige Feuerwehr Roßbach:

  • Georg Anton Aulbach
  • Jakob Kunkel
  • Kaspar Ehser
  • Josef Kunkel
  • Ambos Geis
  • Lorenz Kunkel
  • Michael Geis
  • Franz Müller
  • Adam Giegerich
  • Johann Georg Pfuhl
  • Ferdinand Kullmann
  • Anton Schreck
  • Georg Josef Kullmann
  • Josef Bernhard Stapf
  • Philipp Josef Kullmann
  • Theodor Stegmann
  • Ferdinand Kraus
  • Josef Ziemlich

Die erste Vorstandschaft

Kommandant
Georg Anton Aulbach
Adjutant
Josef Ziemlich
Hornist
Josef Bernhard Stapf
Zeugwarte
Josef und Jakob Kunkel
Obersteiger
Georg Josef Kullmann
2. Steiger
Michael Geis
Zeitleiste

Stationen unserer Geschichte

  1. 1888

    Gründung im Gasthaus „Krone“

    Am 28. März 1888 gründeten 18 junge Männer im Gasthaus „Krone“ die Freiwillige Feuerwehr Roßbach. Häufige Feuersbrünste veranlassten die Bewohner – eigentlich ganz Deutschlands – für einen ordnungsgemäßen Brandschutz zu sorgen. Hinzu kam, dass zum Ende des 19. Jahrhunderts ein starkes soziales Bewusstsein in der Bevölkerung entfacht worden war.

    Doch die Gründung stieß nicht überall auf offene Ohren; manche Widerstände und Anfechtungen mussten in Kauf genommen werden. Durch die tatkräftige Unterstützung von Kreisamtmann Amor Geis und Bürgermeister Robert Stegmann konnte die Gründung schließlich vollzogen werden.

  2. 1891

    Erste Einsätze

    Schon bald wurde von ersten erfolgreichen Einsätzen berichtet. Am 31. Januar 1891 brannte eine Hecke im Gründchen – durch den raschen Einsatz der Wehr konnte das Feuer eingedämmt und größerer Schaden vermieden werden.

    Große Schwierigkeiten hatte die Wehr bei der Brandbekämpfung des Anwesens Nebel am 22. Dezember 1899: Eisige Kälte verhinderte, dass genügend Wasser herbeigeschafft werden konnte. Dank des vorbildlichen Einsatzes aller Feuerwehrleute gelang dennoch eine erfolgreiche Brandbekämpfung.

  3. 1903

    Neugründung und sparsame Jahre

    Um diese Zeit hatte die Wehr offenbar mit weiteren Schwierigkeiten zu kämpfen: Im ersten Gründungsbuch ist zu lesen, dass 1903 eine Neugründung erfolgte. Kommandant blieb Georg Anton Aulbach. Die Wehr fand nun größere Resonanz im Ort – 63 Mitglieder sind in der Mitgliederliste verzeichnet.

    Ab diesem Zeitpunkt finden sich auch regelmäßige Einträge im Kassenbuch. Die Roßbacher Wehrleute waren sehr genügsam: In keinem Jahr vor 1914 sind mehr als 60 RM Einnahmen verzeichnet – und doch erreichte der Kassenbestand 1914 die stolze Summe von über 500 RM. Eine sparsame Wirtschaft!

  4. 1914–1918

    Erster Weltkrieg

    Viele Wehrleute aus Roßbach mussten in den Krieg ziehen; nur notdürftig konnte der Brandschutz in dieser Zeit gewährleistet werden. Nach Kriegsende übernahm Otto Aulbach das Kommando über nun 55 Feuerwehrleute.

    Zum Bau von Rat- und Feuerwehrhaus lieferte die Firma Schreiber aus Kleinwallstadt die Steine kostenlos – auch damals musste die schmale Gemeindekasse schon Gönner suchen.

  5. 1939–1945

    Frauen übernehmen den Brandschutz

    Floribert Stegmann, seit 1926 Kommandant der Wehr, hatte mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs große Schwierigkeiten zu meistern: Nur die alten und nicht mehr wehrfähigen Feuerwehrleute standen ihm zur Verfügung. Deshalb bildete er aus Frauen und Mädchen neue Löschgruppen, die nun den Brandschutz übernahmen.

    Bereits am 10. November 1941 bewährte sich diese „Truppe“ bei einem Brand bei Johann Schüßler.

  6. 1945

    Neubeginn nach dem Krieg

    Mit Ende des Krieges im Mai 1945 löste sich die Roßbacher Wehr auf. Doch bereits am 15. September 1945 wurde auf Initiative von Bürgermeister Kempf die neue Wehr ins Leben gerufen, die Philipp Kullmann zu ihrem Kommandanten wählte. Fast 30 Jahre stand er an der Spitze der Roßbacher Wehr.

    Der neue Kommandant hatte große Probleme zu lösen: Zur Brandbekämpfung standen neben den Schläuchen nur eine handbetriebene Saug- und Druckpumpe und eine fahrbare Schiebeleiter zur Verfügung. Trotz schmaler Gemeindekasse erhielt die Wehr 1947 eine Motorspritze, für die 1948 ein Anhänger gekauft wurde – nun waren alle wichtigen Geräte stets griffbereit.

  7. 1953
  8. 1962

    Der erste VW-Bus

    Das Jahr 1962 brachte einen wichtigen Einschnitt: Fast sämtliche Geräte wurden neu angeschafft, um die durch die Ansiedlung von Industriebetrieben notwendige Verbesserung des Brandschutzes zu gewährleisten.

    Die wichtigste Neuanschaffung war ein VW-Bus, in dem Motorspritze, Schläuche und weitere Ausrüstung jederzeit einsatzbereit lagerten. Auch in der Folgezeit wurde die Ausstattung Schritt für Schritt ergänzt und verbessert.

  9. 1984

    Gründung der Jugendfeuerwehr

    Gerold Schindler gründete 1984 zusammen mit dem damaligen Kommandanten Hilar Fäth die Jugendfeuerwehr und betreute sie bis ins Jahr 2000.

    Am 13. September 1996 errang erstmals eine Gruppe der Roßbacher Jugendfeuerwehr die Bayerische Jugendleistungsspange, am 16. Oktober 1999 in Elsenfeld das Deutsche Jugendfeuerwehrabzeichen. Im Jahr darauf übergab Gerold Schindler die Jugendfeuerwehr an Franz-Peter Röth; seit 2007 leitet Jürgen Brand sie gemeinsam mit seinem Bruder Andreas Brand.

  10. 1985–1987

    Ein eigenes Gerätehaus

    Nach dem Zusammenschluss der vier Grundgemeinden wurden die Aufgaben der Feuerwehren vielfältiger: Neben der Brandbekämpfung kamen Katastrophenschutz und technische Hilfe hinzu. Die Garage im alten Rathaus genügte den Anforderungen längst nicht mehr – die Geräte rosteten schnell, wie die Vorstandschaft schon 1974 feststellte.

    Nach langer Planung und zähen Verhandlungen stimmte der Gemeinderat Leidersbach am 5. Juni 1984 dem Bau eines Feuerwehrgerätehauses in Roßbach neben der alten Schule zu – möglich, weil die Wehrleute die meisten Handwerksstunden kostenlos in Eigenleistung übernahmen. Im späten Frühjahr 1985 begann der Bau; Feuerwehrleute und Nachbarschaft packten kräftig mit an.

    Am Sonntag, 24. Mai 1987, wurde das neue Feuerwehrgerätehaus im Rahmen des traditionellen Florianstages eingeweiht.

  11. 1988

    100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Roßbach

    Schon 1988 folgte der nächste Höhepunkt: Die Wehr blickte auf 100 Jahre zurück. Das Jubiläum wurde als erstes Fest in der neu errichteten Mehrzweckhalle in Leidersbach ausgiebig gefeiert.

  12. 1990–1993

    Wechsel an der Spitze

    1990 übergab Hilar Fäth die Führung der Wehr an Günther Brand, der sein Amt 1993 aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste. Als Nachfolger wählten die Kameraden Walter Stegmann.

  13. 1995

    Einsatz statt Weihnachtsessen

    Am 16. Dezember 1995 hatte sich die gesamte Mannschaft zur Weihnachtsfeier im Gasthaus „zur Krone“ versammelt. Die ersten Portionen des Adventsessens wurden gerade ausgegeben, als plötzlich die Sirene losheulte: Nicht weit entfernt stand ein älteres Wohngebäude in Flammen.

    Der größere Teil der Mannschaft konnte zu Fuß zum Brandort eilen. Bereits eine halbe Stunde nach Ausbruch war das Feuer unter Kontrolle, ein Übergreifen auf die umliegenden Anwesen wurde verhindert. Gegen 22:30 Uhr konnten die ausgehungerten und durchgefrorenen Floriansjünger ihre Feier zu Ende bringen – die ganze Straße war vom Löschwasser zugefroren.

  14. 1998

    110 Jahre und Kreisfeuerwehrfest

    Wieder ein Grund zu feiern: Vom 19. bis 22. Juni 1998 beging die Wehr ihr 110-jähriges Bestehen – verbunden mit dem Kreisfeuerwehrfest des Landkreises Miltenberg am Roßbacher Pfarrheim.

  15. 2002

    Abschied vom „Lieschen“

    Unser liebevoll „Lieschen“ genanntes Magirus-Deutz LF 16 TS, Baujahr 1966, kam langsam, aber sicher an seine Grenzen. 2002 konnte das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 der Firma Ziegler aus Giengen an der Brenz in Dienst gestellt werden.

  16. 2004–2005

    Anbau in Eigenleistung

    Steigende Mitgliederzahlen, der Wunsch nach einem Ort für die Kameradschaft und der Eintritt der ersten Frauen in die Wehr – mit fehlenden Umkleiden und Sanitäranlagen – machten einen Anbau nötig. Nach dem Spatenstich 2004 leisteten die Kameraden mehrere hundert ehrenamtliche Arbeitsstunden.

    2005 wurde der Anbau mit neuen Sanitäranlagen und dem Floriansstüberl eingeweiht. Im selben Jahr trat Walter Stegmann als Kommandant zurück; Nachfolger wurde Franz-Peter Röth.

  17. 2008

    120 Jahre

    Das 120-jährige Bestehen feierte die Wehr 2008 mit einem Open-Air-Fest im alten Schulhof vor dem Gerätehaus.

  18. 2011

    Kommandant und Vorsitz getrennt

    Erstmals in ihrer Geschichte trennte die Feuerwehr Roßbach 2011 die Ämter des Kommandanten und des Vorsitzenden: Zum Kommandanten wurde Markus Pfeifer gewählt, den Vorsitz übernahm Stephan Fäth.

  19. 2012

    Einsatz mit Photovoltaikanlage

    Im April 2012 wurde die Wehr zu einem Wohnhausbrand im Obergeschoss in der Roßbacher Straße alarmiert. Erstmals war eine Photovoltaikanlage betroffen – eine Herausforderung des 21. Jahrhunderts, die die Löscharbeiten massiv erschwerte.

  20. 2013

    125 Jahre Feuerwehr Roßbach

    Mit einem großen Jubiläumsfest und einem Ehrenabend feierte die Freiwillige Feuerwehr Roßbach 2013 ihr 125-jähriges Bestehen. 2014 folgten der 50. Florianstag der Grundgemeinden und des Marktes Sulzbach sowie das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr.

  21. 2016

    Feuerwehr Roßbach 4.0

    2016 begann die Wehr, sich mit der Digitalisierung zu beschäftigen. Mit Unterstützung der Gemeinde Leidersbach wurde ein modernes Alarmvisualisierungssystem eingeführt – ergänzt durch Handy-Apps für alle Kameraden, Tablets in den Fahrzeugen und eine komplette Gerätehaussteuerung.

  22. 2017

    Neuer Vorsitzender

    Thilo Reichert löste 2017 den ausscheidenden Vorsitzenden Stephan Fäth ab.

  23. 2018

    Größter Einsatz der Geschichte

    Am Abend des 20. September 2018 wurde die Wehr in die Gottlieb-Bögner-Straße gerufen: Ein akkuverarbeitender Betrieb stand in Flammen. Mit rund 200 Einsatzkräften aus über 30 Feuerwehren des Landkreises wurde bis in die frühen Morgenstunden gemeinsam gekämpft – der größte Einsatz in der Geschichte der Roßbacher Wehr.

  24. 2019

    So stark wie nie

    2019 erreichte der Mitgliederstand mit über 50 Aktiven und 135 Vereinsmitgliedern den höchsten Stand aller Zeiten. Wir freuen uns über den großen Zuspruch in der Bevölkerung und über alle, die sich unseren Reihen anschließen möchten.

    Denn die Feuerwehr Roßbach handelt stets nach dem Motto: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

Führung

Kommandanten & Vorsitzende

Bis 2011 lagen das Amt des Kommandanten und der Vorsitz des Vereins in einer Hand.

  1. 1888–1918Georg Anton AulbachKommandant & Vorstand
  2. 1918–1926Otto AulbachKommandant & Vorstand
  3. 1926–1945Floribert StegmannKommandant & Vorstand
  4. 1945–1974Philipp KullmannKommandant & Vorstand
  5. 1974–1990Hilar FäthKommandant & Vorstand
  6. 1990–1993Günther BrandKommandant & Vorstand
  7. 1993–2005Walter StegmannKommandant & Vorstand
  8. 2005–2011Franz-Peter RöthKommandant & Vorstand
  9. seit 2011Markus PfeiferKommandant
  10. 2011–2017Stephan FäthVorsitzender
  11. seit 2017Thilo ReichertVorsitzender
Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

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Seit 1888 lebt unsere Feuerwehr vom Engagement der Menschen in Roßbach.

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